Fachbereich Gesundheit des Kreises Borken lässt Trinkwasser aus Hausbrunnen untersuchen
"Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel"
Die meisten Menschen im Kreis wissen daher, dass die Qualitätsanforderungen der Trinkwasserverordnung dem Gesundheitsschutz dient.
Wer sein Trinkwasser aus einem eigenen Brunnen fördert, hat es in regelmäßigen Abständen untersuchen zu lassen. Dabei wird festgestellt, ob bakterielle Verunreinigungen vorliegen, der Nitratgehalt zu hoch oder das Wasser zu sauer (pH-Wert) ist.
Brunnenbesitzers sind verpflichtet, die Untersuchungen selbst zu veranlassen. Diese sind von einem anerkannten Institut durchzuführen. Auch die Kosten haben Brunnenbetreiber selbst zu tragen. Ein Eigentümerwechsel ist dem Gesundheitsamt nach den Vorschriften der Trinkwasserverordnung frühzeitig anzuzeigen.
Der Kreis Borken beabsichtigt, in einem 3 Jahresrythmus die Trinkwasseruntersuchungen durchzuführen.
Für den Untersuchungsdurchgang 2010 – 2012 wurde für die ca. 7.000 Brunnenbetreiber, die dem Fachbereich Gesundheit des Kreises Borken einen Dauerauftrag erteilt haben, das ACB Umweltlabor in Münster beauftragt, welches dann die Untersuchung kostengünstig durchführt.
Eigentümer von Hausbrunnen, die keinen Dauerauftrag erteilt haben, werden vor dem Untersuchungsdurchgang angeschrieben. Sie haben dann die Möglichkeit dem Fachbereich Gesundheit einen Dauerauftrag zu erteilen oder selbst ein anerkanntes Institut zu beauftragen, welches die Untersuchung durchführt.
Da nicht alle Hausbrunnen im Kreisgebiet gleichzeitig untersucht werden können, geht das Institut in Abstimmung mit dem Fachbereich Gesundheit ortsweise vor. Für jede Gemeinde bzw. Stadt im Kreis gibt es kurz vor Untersuchungsbeginn im lokalen Teil der örtlichen Zeitung entsprechende Hinweise.
Bei vorangegangenen Untersuchungsaktionen gab es vereinzelt Brunnenbetreiber, die sich weigerten, ihr Trinkwasser untersuchen zu lassen. In diesen Fällen ist der Fachbereich Gesundheit auf Grund der eindeutigen Rechtslage gezwungen, im Rahmen eines gebührenpflichtigen Ortstermins die Trinkwasserprobe durch eigene Mitarbeiter zu entnehmen.
Verunreinigungen des Trinkwassers mit Nitrat sind, für sich betrachtet, gesundheitlich nicht bedenklich. Durch bestimmte Darmbakterien wird Nitrat jedoch in Nitrit umgewandelt. Bei Säuglingen, bis etwa zum sechsten Lebensmonat, kann Nitrit den Sauerstofftransport in den roten Blutkörperchen behindern. Dies führt zu einem bedrohlichen Sauerstoffmangel – der sogenannten Blausucht – mit der Gefahr bleibender gesundheitlicher Schäden oder sogar Todesfolge.
Darüber hinaus können sich aus Nitrit in Verbindung mit Eiweiß-Abbauprodukten Nitrosamine bilden, die im Verdacht stehen, Krebs zu verursachen. Aus Vorsorgegründen ist daher der Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser auf 50mg/l festgesetzt worden. Trinkwasser, dessen Nitratgehalt den Grenzwert der
Trinkwasserverordnung überschreitet, darf insbesondere nicht zum Herstellen von
Säuglingsnahrung verwendet werden. Durch Abkochen wird Nitrat nicht aus dem Trinkwasser entfernt.
Verunreinigungen des Trinkwassers mit Krankheitserregern (Bakterien) können Infektionskrankheiten, insbesondere Durchfallerkrankungen verursachen. Da man das Trinkwasser nicht auf alle krankmachenden Keime untersuchen kann, hilft man sich mit einer Untersuchung auf Kolibakterien, die erfahrungsgemäß die Gefahr einer Infektionsübertragung durch das Trinkwasser anzeigen. Besonders gefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder, aber auch abwehrgeschwächte Erwachsene und ältere Menschen, bei denen an sich harmlose Duchfallerkrankungen lebensbedrohliche Ausmaße annehmen können. Werden Wunden mit verunreinigtem Wasser gewaschen, können sich schwere Wundinfektionen einstellen.
Lt. Infektionsschutzgesetz muss das Wasser für den menschlichen Gebrauch Trinkwasserqualität haben.
Zu saures (pH-Wert) Trinkwasser greift metallische Leitungssysteme an. Auf die damit verbunden Gesundheitsgefahren machten mehrere Todesfälle bei Säuglingen und Kleinkindern in Süddeutschland aufmerksam. Untersuchungen ergaben, dass die Kinder an einer Leberschädigung, verursacht durch einen zu hohen Kupfergehalt des sauren Trinkwassers, verstarben.

