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Waldbauern, Regionalforstamt und Kreis wollen gemeinsam Flächenverbrauch reduzieren

Wenn neue Straßen gebaut werden, Gewerbe mehr Platz braucht oder ein Landwirt seinen Betrieb um einen weiteren Stall ergänzen will, dann schreibt das Gestz einen ökologischen Ausgleich vor. Bisher werden dann meist Ackerflächen zu Obstwiesen oder Biotopen umgewandelt. Damit reduziert sich die Fläche, die der Landwirtschaft zu Verfügung steht immer weiter. Im Kreis Borken soll ein Ausgleich für die Versiegelung von Freiflächen in Zukunft auch im bestehenden Wald möglich sein. Dafür haben Landrat Gerd Wiesmann, der Vorsitzende der Bezirksgruppe Borken des Waldbauernverbandes NRW, Gerd Schulze Hauling und der Leiter des Regionalforstamtes Münsterland, Heinz-Peter Hochhäuser am Montag, den 12.10.2009 eine Vereinbarung unterzeichnet. Sie ist Baustein der Regionalen Allianz für die Fläche, die sich die Reduzierung des Flächenverbrauchs auf die Fahnen geschrieben hat.

Allein zwischen 1998 und 2008 verlor der Kreis Borken rund 5000 Hektar landwirtschaftlicher Flächen. "Auf der einen Seite sind wir stolz auf unsere Wirtschaftskraft", betonte Landrat Gerd Wiesmann. "Auf der anderen Seite sind solche Erfolge auch mit Belastungen verbunden." Diese insbesondere für die Landwirtschaft zu reduzieren, ist Kern der Vereinbarung. In Zukunft soll es möglich sein, Ausgleich zum Beispiel durch Aufwertung von Monokulturen oder die Renaturierung eines Bachlaufes im Wald zu schaffen. "Gerade im Wald gibt es viele Maßnahmen, die zur ökologischen Aufwertung dienen können", erklärte Gerd Schulze Hauling. Heinz-Peter Hochhäuser vom Regionalforstamt sieht durch die Vereinbarung auch neue Einkommensmöglichkeiten für die Waldbauern. So sei es denkbar, dass ein Waldbesitzer die ökologische Aufwertung seiner Wäldervermarkte und Unternehmen als Ausgleich für ihre Erweiterungen anbiete. 90 Prozent des Waldes im Kreis Borken ist im Privatbesitz. Meist gehört er Landwirten, für die die Forstwirtschaft zweites Standbein ist.

 


Heinz-Peter Hochhäuser, Landrat Gerd Wiesmann und Gerd Schulze Hauling (vorne v. l.) unterzeichneten die Vereinbarung. Unterstützer sind u. a. (hinten v. l.) Roland Schulte, Magdalene Garvert, Hubert Grothues, Dr. Peter Epkenhans und Raphael van Hövell.


An der Unterzeichnung nahmen auch die Vorsitzende des Umweltausschusses, Magdalene Garvert, der Leiter der Landwirtschaftskammer NRW, Dr. Peter Epkenhans, der Geschäftsführer des Waldbauernverbandes im Kreis Borken, Raphael van Hövell, der Umweltdezernet des Kreises, Hubert Grothues und der stellvertretende Leiter des Fachbereichs Natur und Umwelt, Roland Schulte, teil.

Die Arbeitsgruppe Wald hat im Anschluß an die Unterzeichnung der Vereinbarung die Möglichkeiten zur Kompensation im Wald für den Kreis Borken erarbeitet. Dieses Ergebnis wurde auf der Jahreshauptversammlung des Waldbauernverbandes NRW, Bezirksgruppe Borken, am 17.02.2010 in der Gaststätte Bennemann in Südlohn vorgestellt.