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Zum Wohle des Wassers

Um die Qualität von Bächen und Flüssen im Kreis Borken zu verbessern, ziehen Wasser- und Bodenverbände, Landwirtschaft, Kommunen und Kreis an einem Strang. Ihre Vertreter unterzeichneten im Borkener Kreishaus eine Vereinbarung mit dem Titel "Regionale Allianz für die Fläche - Wasser". In ihr verabredeten sie eine enge Kooperation bei der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie. Ziel ist es, den ökologischen Zustand der Gewässer zu verbessern. Und das sind im Kreis Borken vor allem Bäche und kleine Flüsse, die Richtung Ijsselmeer fließen, darunter zum Beispiel die Bocholter Aa, die Berkel und die Dinkel.

Gemeinsam mit den Bezirksregierungen hat das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW bereits eine Bestandsaufnahme der Fließgewässer im Lande vorgenommen. Allein im Kreis Borken wurden rund 550 Kilometer Gewässerstrecken berücksichtigt.

"Wasser ist ein schützenswertes Gut, das wir alle brauchen", betonte Landrat Dr. Kai Zwicker. Ein sorgsamer Umgang mit den Fließgewässern der Region sei deshalb auch eine moralische Verpflichtung. Er rief einige Projekte ins Gedächnis, bei denen Kreis und Landwirte bereits zusammenarbeiten. So kooperieren aktuell deutsche  wie niederländische Landwirte, um den Nährstoffeintrag in die Schlinge zu reduzieren.

Borkens Bürgermeister Rolf Lührmann unterzeichnete die Vereinbarung als Sprecher der Bürgermeister im Kreis. Es liege auf der Hand, einen guten ökologischen Zustand der Gewässer im Schulterschluss erreichen zu wollen. Der stellvertretende Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, Ludger Schulze Beiering, und Kreislandwirt Heinrich Emming hoffen, dass die Landwirtschaft von der Umsetzung der Vereinbarung profitieren kann. "Ackerflächen sind wertvoll und müssen auch genutzt werden", so Schulze Beiering. "Wenn Ausgleich für Baumaßnahmen auch an Gewässern erfogen kann, wäre das eine Entwicklung, bei der alle gewinnen", ergänzte Emming. Paul Schmeing als Sprecher der Wasser- und Bodenverbände betonte, dass der Abfluss des Wassers aus Drainagen der Ackerflächen auch weiter gewahrt werden müsse.


Unterstützen die Vereinbarung (v.l.): Dr. Peter Epkenhans (Landwirtschaftskammer), Stefan Pelz (Kreis), Jörg Sümpelmann (Landwirtschaftlicher Kreisverband), Paul Schmeing (Wasser- und Bodenverbände), Roland Schulte (Kreis), Ludger Schulze Beiering (Landwirtschaftlicher Kreisverband), Landrat Dr. Kai Zwicker, Bürgermeister Rolf Lührmann, Heinrich Emming (Kreislandwirt) und der leitende Kreisbaudirektor Hubert Grothues.


Zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie und damit auch der Allianz werden jetzt Kooperationen gegründet. Sie umfassen jeweils die Einzugsgebiete einzelner Ijsselmeerzuflüsse in der Region. Beteiligt sind jeweils die betroffenen Kreise, Städte und Gemeinden, Wasser- und Bodenverbände sowie Vertreter von Naturschutz, Landwirtschaft und anderen Nutzern der Gewässer. Bis 2012 soll feststehen, welche Maßnahmen wann umgesetzt werden können. Dabei soll eine Expertin die Kooperationen unterstützen. 80 Prozent dieser Personalkosten trägt das Land. Konkrete Maßnahmen könten zum Beispiel die Beseitigung von Stauwehren und der Bau von Fischtreppen sein, um die Durchlässigkeit der Gewässer für Fische und andere Tiere zu verbessern.

Die "Regionale Allianz für die Fläche im Kreis Borken - Wasser" schließt sich an ähnliche Vereinbarungen für eine flächensparende Politik an. Thematisiert wurde bisher unter anderem die Aufwertung von Waldflächen.




Weitere Informationen im WWW:

Flussgebiete NRW