Die Reihe der "Skulptur-Biennalen Münsterland"
geht auf eine gemeinsame Initiative
der vier Münsterlandkreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf zurück. Kernidee
der Biennalen ist es, in den Kreisen ein künstlerisches Großprojekt mit internationalem
Zuschnitt zu zeigen, in dem landschaftliche, architektonische oder geschichtliche
Besonderheiten mit Mitteln der aktuellen Kunst thematisiert werden. Der Kreis Borken
ist im Jahre 2005 Ausrichter und Standort dieses Kunstprojektes nach Stationen in den
Kreisen Coesfeld (1999), Steinfurt (2001) und Warendorf (2003).
Mohamed Abdulla, Markus Ambach, Danica Dakic, Ulrich Genth, Heike Mutter, Christian Hasucha, Franz John,
Kirsten Kaiser, Thomas Kilpper, Laurens Kolks, Tazro Niscino, Silke Rehberg, Jan Philip Scheibe, Stefan Sous,
Anne Peschken, Marek Pisarsky, Urban Art, Rolf Wicker
Acht Städte und Gemeinden aus dem Kreis Borken nehmen an der Biennale teil: Ahaus,
Borken, Gronau, Reken, Schöppingen, Stadtlohn, Velen, Vreden. Als künstlerisches Thema
geht es bei dieser "Skulptur Biennale Münsterland" um die Auseinandersetzung von
zeitgenössischer Kunst mit der eher verborgenen oder nur noch in Spuren vorhandenen
Geschichte der Region, der "Latenten Historie". Mehr als sechzig verschiedene Standorte
wurden von den teilnehmenden Städten und Gemeinden als Orte einer möglichen künstlerischen
Auseinandersetzung zu diesem Thema vorgeschlagen. Daneben wurden von den Künstlern weitere
Standorte entwickelt. Die Bedeutung der Biennale geht damit über einen rein künstlerischen
Aspekt hinaus. Durch die Beschäftigung mit der -versteckten und vielleicht noch zu
entdeckenden- Geschichte erhält sie eine neue Dimension, die dem Publikum eine neue
Sichtweise sowohl auf die Kunst wie auf die heimische Geschichte erschließen kann.
bon accord, borkener allgemeine, castoren zu halfpipes, der sechste turm,
die solide Wirklichkeit des Bedingten, park bahnhof reken, er macht seine engel zu winden,
heute, latente sculpturen, phantomgarten, salztangente, sanccouci, wanderboje,
wanderkapelle, wo bist du maria
Der Kreis Borken verspricht sich von diesem Projekt weitere Impulse für das kulturelle
Leben im ganzen Kreis, nicht nur für die jetzt direkt an der Biennale beteiligten Städte
und Gemeinden. Die Bedeutung des Projekts mag man auch daraus erkennen, dass Frau Christina
Rau, Gattin des Alt-Bundespräsidenten, die Schirmherrschaft über die Skulptur-Biennale
2005 übernommen hat.
Insgesamt wurden fünfundvierzig Künstlerinnen und Künstler mit internationalem Zuschnitt
eingeladen, sich zunächst in Projekt-Vorschlägen mit diesen bedeutsamen Orten und Punkten
der acht Städte auseinanderzusetzen. Die Auswahl zu den Einladungen ging über die
Vorschlagslisten einer Arbeitsgruppe und einer aus Experten des Kuratoriums der Biennale
gebildeten Findungskommission vor sich. Die Künstler sollten Erfahrung mit Kunst im
öffentlichen Raum haben. Gleichzeitig sollten sie auch Offenheit für konzeptionelle
Orientierungen vorweisen. Alle zur Abgabe von Entwürfen eingeladenen Künstler haben
in ihrer bisherigen Arbeit bereits einen Qualitätsnachweis auf hohem, internationalem
Niveau gezeigt. Im Laufe der Monate August bis Oktober 2004 haben die eingeladenen
Künstlerinnen und Künstler die vorgeschlagenen Orte erkundet und darüber hinaus weitere
mögliche Orte für eine künstlerische Auseinandersetzung entdeckt. Insgesamt 37 KünstlerInnen
bzw. Künstlergruppen haben dann 44 Projektentwürfe eingereicht.
Die endgültige Festlegung der für die "Skulptur-Biennale Münsterland - Kreis Borken 2005"
zu realisierenden Kunstwerke fand in zwei Sitzungen im November und Dezember 2004
durch das Kuratorium und die vorbereitende Arbeitsgruppe der Biennale im Rahmen einer
Auswahl der von den Künstlern eingereichten Entwürfe statt. Die Jury hat insgesamt 15
Projekte ausgewählt, die bis zur Eröffung der Biennale am Sonntag, 28. August 2005
realisiert wurden. Kriterien für die Juryentscheidung waren u.a. die besondere Förderung
von jungen KünstlerInnen, die Nachhaltigkeit der Projekte, die Berücksichtigung des
Themas "Latente Historie" und die enge Verbindung von Natur und Skulptur.
Zu dieser "Skulptur-Biennale Münsterland - Kreis Borken 2005" ist in Zusammenarbeit
mit der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg ein umfangreiches Programm für die
Kunstvermittlung erarbeitet worden. Sie finden alle Infos dazu unter Kunstvermittlung.
Dort finden Sie auch umfangreiches Unterrichtsmaterial als PDF download.