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12. Juni 2024

Preisträger stehen fest: Innovationspreis Münsterland kürt erfindungsreiche Unternehmen aus der Region

Pressemitteilung des Münsterland e.V.

Auf dem maakwi Campus in Heek wurde am Dienstagabend der Innovationspreis Münsterland verliehen.

Unter 95 Bewerbungen aus dem gesamten Münsterland haben sich folgende sechs durchgesetzt: BASF Coatings GmbH aus Münster, Zauberzeug GmbH aus Havixbeck, Pixel Photonics GmbH aus Münster, Truion GmbH aus Münster, Bear-Machines GmbH aus Heek und Eucon Digital GmbH aus Münster. In fünf Kategorien wurden ihre Innovationen am Dienstagabend (11. Juni) auf dem maakwi Campus in Heek vor rund 300 Gästen mit dem Innovationspreis Münsterland ausgezeichnet. Der erstmals verliehene Sonderpreis, der „Transformationspreis Nachhaltigkeitswirkung“, ging an die Zauberzeug GmbH, die damit gleich doppelt abräumte.

„Einmal mehr zeigt der Innovationspreis, wie viel Erfindergeist in der Region steckt“, sagte Klaus Ehling, Vorstand des Münsterland e.V. „Zudem wird in diesem Jahr besonders deutlich, dass Innovation und Nachhaltigkeit im Münsterland Hand in Hand gehen. Die ausgezeichneten Innovationen bergen allerhand Potenzial für die Zukunft.“

Der Münsterland e.V. vergibt den Innovationspreis Münsterland alle zwei Jahre gemeinsam mit den Förderern des Wettbewerbs: den Sparkassen im Münsterland, der Provinzial Versicherung AG, der Westenergie AG und der Stadtwerke Münster GmbH. Unter dem Motto „Fortschritt. Innovativ. Gestalten. Das Münsterland denkt voraus.“ waren in diesem Jahr 15 Unternehmen in den Kategorien „Wirtschaft“, „Wissenschaft trifft Wirtschaft“, „Start-up“, „Klein und pfiffig“ und „Digitale Geschäftsmodelle“ nominiert.

In der Kategorie „Wirtschaft“ ging der Innovationspreis Münsterland an die BASF Coatings GmbH aus Münster. Mit ihrer Innovation „NovaFlex SharkSkin“ hat sie die aus einer speziellen Rillenstruktur bestehende Haut eines Haifischs nachempfunden, um damit Oberflächen von Flugzeugen auszustatten. Wie beim Hai im Wasser reduziert sich der Strömungswiderstand so auch beim Flugzeug in der Luft – mit der Folge, dass es weniger Kerosin und CO2 ausstößt. Als „durch und durch bahnbrechende Innovation“ lobte Sebastian Jurczyk, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Münster GmbH, die künstliche Haifischhaut in seiner Laudatio. „Das Unternehmen hat die Jury nicht nur mit der Umsetzung eines jahrzehntealten Vorhabens überzeugt, sondern auch mit dem Potenzial, das diese Innovation mit sich bringt. Überall, wo Strömungswiderstände reduziert werden sollen, ist der Einsatz der künstlichen Haifischhaut sinnvoll, zum Beispiel bei Windkraftanlagen.“

Für einen Wandel in der Landwirtschaft sorgen die Preisträger in der Kategorie „Wissenschaft trifft Wirtschaft“: Die Zauberzeug GmbH aus Havixbeck hat in Kooperation mit dem Fachbereich Landschaftsnutzung und Naturschutz der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde den autonomen und mobilen Agrar-Roboter „Feldfreund“ erfunden, der den Landwirt beim Jäten, Säen, Inspizieren, Bearbeiten, Analysieren oder Ernten unterstützt. „Die Augen des Agrar-Roboters sind seine Kamera: Diese untersucht beim Jäten den Boden, identifiziert das Unkraut und rupft es entsprechend aus der Erde. Sein Einsatz spart mühevolle Handarbeit und vermeidet Pestizide“, sagte Laudator Dr. Christian Brandt, Generalbevollmächtigter IT der Provinzial Versicherung AG. „Und der intelligente Freund wächst mit seinen Aufgaben: Im Mittelpunkt der Innovation steht die Open-Source-KI der Steuerungssoftware, die kontinuierlich weiterentwickelt wird. Sie birgt Potenzial – für noch mehr Innovation.“

Zwei erste Plätze vergab die Jury des Innovationspreises in der Kategorie „Start-up“. Die Pixel Photonics GmbH aus Münster überzeugte mit ihrer Innovation „WI-SNSPD“, einer neuartigen Schlüsseltechnologie, hinter der sich wellenleitungsintegrierte supraleitende Nanodraht-Einzelphotonendetektoren verbergen. Damit sind einzelne Photonen – kleinste Lichtteilchen – zu erkennen, was zum Beispiel für bildgebende Verfahren oder Quantenkryptografie relevant ist. „In der Kategorie „Start-up“ beeindruckt die Kreativität und Innovationskraft der münsterländischen Unternehmen immer besonders – dafür ist der Preisträger Pixel Photonics GmbH eines der besten Beispiele. Eine Technologie zu entwickeln, die immensen Fortschritte in der Gesundheitsversorgung, bei Diagnoseverfahren oder in der Datenübertragung und Kommunikationssicherheit ermöglicht, ist mehr als preiswürdig“, so Peter Scholz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Münsterland Ost für die Sparkassen im Münsterland.

Als Menschen, die sich Paaren mit einem Kinderwunsch zur Seite stellen, verstehen sich die Gründer der Truion GmbH aus Münster, die ebenfalls Preisträger in der Kategorie „Start-up“ sind. Bei ihrer Innovation „CatFlux“ handelt es sich um ein CE-gekennzeichnetes In-vitro-Diagnostikum, das dabei hilft, die Erfolgsaussichten einer Kinderwunschbehandlung zu optimieren. Das Diagnostikum untersucht CatSper, einen großen Proteinkomplex in den Spermien. Ein Defekt bedeutet, dass der Mann unfruchtbar ist. Unter dem Mikroskop zu erkennen war dies bislang jedoch nicht. „Mit ‚CatFlux‘, dem ersten diagnostischen CatSper-Test, ist der Truion GmbH nach jahrelanger Forschungsarbeit eine Sensation gelungen“, sagte Laudator Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen. „Es ist ein entscheidender Beitrag zu einer erfolgreichen Reproduktion und spendet weltweit neue Zuversicht auf dem Weg zum Elternsein.“

Mit „Bear-Cut“ war die Bear-Machines GmbH aus Heek in der Kategorie „Klein und pfiffig“ erfolgreich. Damit die Reifen von Nutzfahrzeugen möglichst lange laufen, werden sie nachprofiliert – das heißt, ihr Gummi wird von Hand nachgeschnitten und so die Profiltiefe wiederhergestellt. Die Lebenslaufzeit der Reifen erhöht sich dadurch um 25 Prozent, außerdem wird weniger Kraftstoff verbraucht. „Bear-Cut“ ist die erste halbautomatische Reifennachschneidemaschine am Markt. „Sie verschmilzt geschickt Mechanik, Sensorik und Software miteinander, von mühsamer Handarbeit ist keine Rede mehr. Damit hebt Bear-Machines den Stand der Technik auf ein völlig neues Level. Die Jury lobt die Maschine als herausragende Innovation, auch mit Blick auf den enormen Beitrag zur Nachhaltigkeit“, so Heinrich-Georg Krumme, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Westmünsterland für die Sparkassen im Münsterland, in seiner Laudatio.

Den ersten Platz in der Kategorie „Digitale Geschäftsmodelle“ belegte die Eucon Digital GmbH aus Münster mit „SmartSustain“. Statt händisch ermittelte Daten zu analysieren, extrahiert das auf KI basierte Tool die Daten aus Versorgerrechnungen und Energieausweisen automatisch und bereitet sie transparent auf. „Auf innovative Weise verarbeitet das Tool sämtliche relevante Verbrauchsdaten im Sinne eines Nachhaltigkeitsreportings“, sagte Laudatorin Brigitte Vogt, Leiterin Marketing & Brand der Westenergie AG. „Von den positiven Effekten hat nicht nur derjenige etwas, der eine Immobilie besitzt. Auch die Kosten für Mieterinnen und Mieter reduzieren sich, wenn man dank ‚SmartSustain‘ den Durchblick behält.“

Über den „Transformationspreis Nachhaltigkeitswirkung“ freute sich die zuvor bereits in der Kategorie „Wissenschaft trifft Wirtschaft“ ausgezeichnete Zauberzeug GmbH aus Havixbeck. Ihr „Feldfreund“ überzeugte die Jury auch hinsichtlich des neuen Sonderpreises, der Innovationen mit transformativem Potenzial würdigt. „Mit seinem Potenzial, zu einem Wandel in der Landwirtschaft beizutragen, hat der ‚Feldfreund‘ die Jury sowohl mit Blick auf den Innovationsgrad, als auch mit Blick auf das Thema Nachhaltigkeit überzeugt“, sagte Dr. Therese Kirsch, Beraterin von „pfadwechsel – Agentur für nachhaltigen Wandel“, in ihrer Laudatio. „Die Innovation kann wesentlich dazu beitragen, den ökologischen Landbau und speziell den Gemüseanbau voranzubringen. Der ‚Feldfreund‘ ermöglicht pestizidfreie Unkrautbekämpfung in Zeiten eines hohen Arbeitskräftemangels. Und dadurch, dass Landwirte vergleichsweise wenig investieren müssen, macht er den heimischen Anbau wettbewerbsfähiger.“

Alle ausgezeichneten Preisträger erhalten ein Preisgeld von 4000 Euro sowie einen für das eigene Unternehmen produzierten Image- oder Produktfilm. Durch die Preisverleihung führte Moderatorin Eva-Maria Jazdzejewski. In einer kurzen Talkrunde tauschten sich Expertinnen und Experten zum Thema „Innovationen und Nachhaltigkeit im Münsterland“ aus. Darüber hinaus hielt Dr. Leon Windscheid eine Keynote über Künstliche Intelligenz.

Weitere Informationen zum Innovationspreis Münsterland gibt es auf www.innovationspreis-muensterland.de.

Kontakt:
Christoph Schwartländer, presse@muensterland.com, 02571 94 93 76