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30. April 2026

Schlamm entfernt: Pflegemaßnahmen am „Kranenmeer“ in Heiden für das „schwimmende Froschkraut“

Erfolgreicher Abschluss der Umgestaltung des Naturschutzgebiets im Kreis Borken

v. li.: Bernd Garvert (Fachbereichsleiter Natur und Umwelt des Kreises Borken sowie Geschäftsführer der Stiftung Kulturlandschaft Kreis Borken), Stefan Kranz (Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Borken) und Heidens Bürgermeister Patrick Voßkamp machten sich vor Ort selbst ein Bild von den abgeschlossenen Pflegemaßnahmen am „Kranenmeer“ in Heiden für das „schwimmende Froschkraut“.

Wo einst Bäume standen, ist es jetzt kahl – und das aus gutem Grund. Die Baumfällungen im Naturschutzgebiet am „Kranenmeer“ in Heiden waren eine notwendige Pflegemaßnahme für den Schutz und Erhalt der dort noch vorkommenden und seltenen Pflanzenart „schwimmendes Froschkraut“ (Luronium natans), die auf der Roten Liste stark gefährdeter Arten steht. Bald hat sich das Gebiet wieder erholt, erklärt Stefan Kranz, Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Borken, der sich mit Bernd Garvert, Fachbereichsleiter Natur und Umwelt des Kreises Borken sowie Geschäftsführer der Stiftung Kulturlandschaft Kreis Borken, und Heidens Bürgermeister Dr. Patrick Voßkamp Anfang der Woche selbst ein Bild vor Ort machte. Denn das Kranenmeer ist neben dem Naturschutzgebiet auch ein wichtiger Knotenpunkt für den Radtourismus im Kreis Borken. „Wer Erholung sucht, findet sie hier“, so Voßkamp.

Schutz und Erhalt seltener Pflanzenart

Im Zuge des Monitorings des LANUK (Landesamt für Natur, Umwelt und Klima) wurde deutlich, dass der Zustand des Kranenmeers nicht gut und das Wasser stark eutrophiert (mit Nährstoffen angereichert) war. „Nährstoffarme Gewässer sind selten“, betonte Bernd Garvert. Ziel war es daher, das nährstoffarme Stillgewässer (umgangssprachlich „Heideweiher“) zu fördern und zu schützen.

Durch herabfallendes Laub der im Gebiet aufkommenden Gehölze hatte sich organisches Material am Grund des Kranenmeers angereichert. Das „schwimmende Froschkraut“ ist jedoch zwingend auf magere und nährstoffarme Standorte angewiesen und so konnte das Gewässer seine wichtige Funktion im Schutzgebiet als Lebensraum von seltenen Pflanzen sowie als Laichgewässer von Moorfrosch, Kleinen Wasserfrosch und Kammmolch nicht mehr gewährleisten. Da in der umliegenden Umgebung zahlreiche nährstoffreiche Gewässer zu finden seien, können andere Arten auf diese ausweichen, erklärte Bernd Garvert.

Umgestaltung am Kranenmeer

Zwischen November 2025 und Februar 2026 wurden umfangreiche Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung des Gewässers umgesetzt. Auf einer Fläche von rund 1,43 Hektar erfolgten Rodungsarbeiten, um den Eintrag von Laub, Nadeln und organischem Material nachhaltig zu reduzieren. Parallel dazu wurde das Gewässer auf etwa 3.700 Quadratmetern entschlammt. Insgesamt konnten rund 800 Kubikmeter Sediment entfernt werden, wobei die Schlammablagerungen am Gewässergrund in einer Stärke von etwa 15 bis 20 Zentimetern abgetragen wurden. Das entnommene Material wurde fachgerecht auf einer nahegelegenen landwirtschaftlichen Fläche ausgebracht, in enger Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer in Borken. Künftig sollen etwa 0,8 Hektar der Fläche dauerhaft offen und frei von Gehölzen bleiben.

Neue Gehölze wurden angepflanzt

Für die gerodeten Bereiche ist in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW eine Ersatzaufforstung vorgesehen, um die forstrechtlichen Vorgaben einzuhalten. Bereits auf einer Fläche von rund 0,63 Hektar wurden etwa 3.500 neue Gehölze gepflanzt, darunter Weißdorn, Hundsrose, Schlehe, Hasel, Faulbaum und Hainbuche.

Ergänzend wurde ein rund 120 Meter langer Holzzaun errichtet, der Besucherinnen und Besucher entlang des Weges durch das Naherholungsgebiet lenken soll und gleichzeitig dazu beiträgt, das sensible Ufer vor dem Betreten zu schützen. Ergänzend wurde ein stufiger Waldrand angelegt. Die Kosten für das Projekt beliefen sich auf ca. 27.000 Euro und wurden vollständig durch das LIFE-Projekt Atlantische Sandlandschaften getragen, das von der EU gefördert wird.

Zum Hintergrund

Das Kranenmeer in Heiden zählt zu den ältesten Naturschutzgebieten im Kreis Borken und wurde 1950 mit einer Größe von 3,95 Hektar erstmals unter Schutz gestellt. Im Kreis Borken kommt das „schwimmende Froschkraut“ nur noch selten vor. Aus diesem Grund trägt die Kreisverwaltung eine NRW-weite hohe Verantwortung für den Erhalt dieser Art. Die Gesamtverantwortung für das Projekt liegt beim Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW. Die Gesamtkoordination sowie die operative Umsetzung der konkreten Einzelmaßnahmen in NRW wurden an die Bezirksregierung Münster übertragen. Und ganz neu ist das Bild an dieser Stelle nicht. Ein Blick auf eine historische Karte verrät: Einst war das Gebiet rund um das Kranenmeer ohnehin eine Heidelandschaft. So geht es nun ein Stück weit zurück zu den Ursprüngen. Weitere Informationen gibt es unter www.sandlandschaften.de.