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14. Juli 2026

Junge Rohrweihen im Kreis Borken geschützt und beringt

Landwirtinnen und Landwirte erhalten Gelegeschutzprämie

(v.r.n.l.) Sebastian Fischer u. Britt Jansen, Mitarbeitende im Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Borken, Gianna Allera, ehrenamtliche Mitarbeiterin bei der Vogelwarte Helgoland, und Landwirt Heinrich Bohmert.

Die Getreide- und Grasernte ist im Kreis Borken im vollen Gange. Damit steigt auch die Gefahr, dass Gelege bodenbrütender Vögel bei der Bewirtschaftung übersehen werden. Umso erfreulicher ist es, dass nun drei Rohrweihengelege auf landwirtschaftlich genutzten Flächen rechtzeitig geschützt werden konnten. Die Jungvögel wurden anschließend von Gianna Allera, ehrenamtliche Mitarbeiterin bei der Vogelwarte Helgoland, und Sebastian Fischer, Mitarbeiter im Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Borken, beringt. Weitere drei Rohrweihengelege wurden in diesem Jahr bereits erfolgreich gesichert. Landwirtinnen und Landwirte, die die entsprechenden Flächen nicht bewirtschaften und so einen geschützten Bereich für die Gelege der Vögel schaffen, erhalten dafür eine Gelegeschutzprämie.

Jeder Jungvogel erhielt nun einen individuellen Metallring, wurde vermessen und gewogen. Zusätzlich wurde ein Farbring angebracht, sodass die Tiere auch aus größerer Entfernung eindeutig identifiziert werden können. Die so gewonnenen Daten helfen unter anderem dabei, Ausbreitungsentfernungen, Lebenserwartung und Zugwege der Rohrweihe besser zu erforschen und den Artenschutz weiterzuentwickeln. Die Rohrweihe brütet ursprünglich in ausgedehnten Röhrichten. Da diese Lebensräume vielerorts fehlen, weicht sie zunehmend auf landwirtschaftlich genutzte Flächen wie Wintergetreide, Ackergras oder Intensivgrünland aus. Dadurch sind die Gelege während der Mahd oder Ernte besonders gefährdet. Landbewirtschaftende können gefundene Gelege melden und bei der Mahd oder Ernte eine Fläche von 25 mal 25 Metern aussparen. Für diesen Bewirtschaftungsverzicht erhalten die Landwirtinnen und Landwirte eine Gelegeschutzprämie in Höhe von 600 Euro. Diese kann digital unter www.kreis-borken.de/gelegeschutz beantragt werden.

Nach der Mahd oder Ernte wird durch den Kreis Borken ein Elektrozaun rund um das Nest installiert. Dieser schützt die Jungvögel vor Fressfeinden wie dem Fuchs und erhöht die Überlebenschancen deutlich. Auch die Jägerschaft unterstützt den Gelegeschutz. Bei Befliegungen mit Thermaldrohnen zur Kitzrettung werden immer wieder Rohrweihengelege entdeckt und an die zuständigen Stellen gemeldet.

Die Gelegeschutzprämie gilt neben der Rohrweihe auch für Gelege von Kiebitz, Brachvogel und Uferschnepfe. Weitere Informationen sowie die digitale Antragstellung sind unter www.kreis-borken.de/gelegeschutz zu finden.