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07. August 2026

Leben retten durch Gehölzarbeiten - LIFE Wiesenvögel NRW

Pressemitteilung der Bezirksregierung Münster

Durch die Gehölzmaßnahmen sollen Brachvogelküken vor Fressfeinden geschützt werden.

In den kommenden Wochen (ab Mitte August) fallen im Kreis Borken in den Vogelschutzgebieten umfangreiche Gehölzarbeiten an. Die Arbeiten sind Teil des Projektes „LIFE Wiesenvögel NRW“. Was auf den ersten Blick auffällig und „grob“ wirkt, ist für den Schutz bedrohter Wiesenvögel von zentraler Bedeutung. Ab Mitte August werden daher Gehölzmaßnahmen in den Amtsvennwiesen in Ahaus und den Heubachwiesen, Teilgebiet an der Gärtnersiedlung in Reken-Hülsten, durchgeführt.

Durch das Entfernen von Bäumen, Hecken und Büschen werden die Flächen offengehalten und bieten den empfindlichen Arten wie Uferschnepfe, Brachvogel und Kiebitz die nötigen Lebensbedingungen. Diese Wiesenvögel brauchen freie Sicht, um Gefahren rechtzeitig zu erkennen und ihre Nester vor Fressfeinden wie Fuchs, Marder oder Rabenkrähe zu schützen. Hohe Gehölze und dichte Hecken hingegen erschweren den Überblick und erleichtern es Räubern, ungestört zu jagen. Wenn offene Sicht fehlt, unterlassen viele Wiesenvögel sogar die Brut ganz – mit gravierenden Folgen für die Bestände.

Aufgrund ausgefallener oder nur kleinräumiger Pflegemaßnahmen in den vergangenen Jahren besteht nun Nachholbedarf. Daher werden nun umfangreichere Gehölzarbeiten durchgeführt. Die Arbeiten sind von der Unteren Naturschutzbehörde Borken genehmigt und wurden mit der Bezirksregierung Münster als Hauptflächeneigentümerin, weiteren Flächeneigentümer/innen, der Landwirtschaftskammer NRW sowie Wald und Holz NRW abgestimmt.

Hintergrund zum LIFE-Projekt
Die Maßnahmen sind Teil des von der EU und dem Land NRW geförderten Projekts „LIFE Wiesenvögel NRW“. Die Biologische Station Zwillbrock e.V. startete Ende 2020 gemeinsam mit elf weiteren Partnern, darunter neun weitere Biologische Stationen, das Projekt. Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Lebensbedingungen für bedrohte Wiesenvögel im nordwestdeutschen Tiefland, insbesondere für Uferschnepfe, Brachvogel und Kiebitz. Projektträger ist das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW (LANUK).
Das LIFE-Förderprogramm ist das einzige EU-Förderinstrument, das sich ausschließlich dem Umweltschutz widmet. Für die aktuelle Förderperiode (2021–2027) stehen europaweit 5,4 Milliarden Euro bereit, davon über 2,1 Milliarden Euro für Naturschutz und Biodiversität.

Bei journalistischen Fragen wenden Sie sich bitte an:
Pressestelle, Telefon: 0251 411-1066