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18. März 2021

„Telenotarzt“ ab jetzt bei der Feuer- und Rettungswache Borken im Einsatz

Bei der Vorstellung des neuen Telenotarzt-Dienstes an der Feuer- und Rettungswache Borken: v. li.: Carsten Thien (Fachabteilungsleiter Rettungsdienst im Fachbereich Sicherheit und Ordnung des Kreises Borken), Hanjo Groetschel (Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes des Kreises Borken), Mechtild Schulze Hessing (Bürgermeisterin der Stadt Borken), Olaf Fischedick (Notfallsanitäter), Melanie Hebing (Notfallsanitäterin), Landrat Dr. Kai Zwicker und Stefan Döking (Leiter der Feuer- und Rettungswache Borken).
Bei der Vorstellung des neuen Telenotarzt-Dienstes an der Feuer- und Rettungswache Borken: v. li.: Carsten Thien (Fachabteilungsleiter Rettungsdienst im Fachbereich Sicherheit und Ordnung des Kreises Borken), Hanjo Groetschel (Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes des Kreises Borken), Mechtild Schulze Hessing (Bürgermeisterin der Stadt Borken), Olaf Fischedick (Notfallsanitäter), Melanie Hebing (Notfallsanitäterin), Landrat Dr. Kai Zwicker und Stefan Döking (Leiter der Feuer- und Rettungswache Borken).

Der Ausbau des Telenotarzt-Systems (TNA-System) im Kreis Borken schreitet voran: Die Rettungswache Borken setzt nun als zweite im Kreis Borken dieses System ein. „Ich freue mich, dass die Weiterentwicklung unseres Rettungsdienstes so gut voranschreitet und nun mit Borken der nächste Standort im Kreisgebiet das Telenotarzt-System verwendet“, sagte Landrat Dr. Kai Zwicker bei der Vorstellung in Borken. Damit hält der Kreis Borken weiterhin die Vorreiter-Rolle in Sachen Telenotarzt in NRW. Wichtig dabei ist: Der TNA arbeitet ergänzend zum „realen“ Notarzt. Bei stetig steigenden Einsatzzahlen und einem in Zukunft absehbaren Mangel an Notärzten, vor allem in ländlichen Gegenden, stellt der TNA eine hocheffektive Ergänzung und Entlastungsoption in der notfallmedizinischen Versorgung dar. Der Kreis Borken schaltet sich dazu bei der TNA-Zentrale des auf digitale Lösungen im Rettungsdienst spezialisierten Unternehmens „umlaut telehealthcare“ in Aachen auf.

24 Stunden an sieben Tagen in der Woche steht dort ein Notfallmediziner zur Verfügung. Dieser wird im Notfalleinsatz online per Ton und Bild mit dem Rettungswagen und somit mit den Notfallsanitätern verbunden. „So kann sich der Telenotarzt vor seinem Computer in den Einsatz reindenken. Wichtig ist auch, dass erforderlichenfalls sogar die Umgebung im Bild gezeigt werden kann“, erklärte Hanjo Groetschel, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes des Kreises Borken. Da modernste Telekommunikationstechnologie zum Einsatz kommt, können auch mehrere Fälle gleichzeitig von einem TNA begleitet werden. Das Unternehmen „umlaut telehealthcare“ betreute auf diese Weise seit 2014 insgesamt bereits über 25.000 Rettungseinsätze.

Die Live-Übertragung von Audiokommunikation, Vitalparametern in Echtzeit, Fotos und Videos von der Einsatzstelle gestatten es dem TNA, sich sofort ein exaktes Bild des Patienten zu machen. Genutzt werden dafür alle verfügbaren Mobilfunknetze, die gebündelt zum Einsatz kommen. „Auf diese Weise gesichert kann der Telenotarzt die Einsatzkräfte durch medizinische Beratung, gemeinsame Findung einer Diagnose und durch die Delegation therapeutischer Maßnahmen unterstützen“, machte Hanjo Groetschel deutlich. Somit kann in bestimmten Situationen entweder auf den Einsatz eines vor Ort tätigen Notarztes verzichtet oder der Zeitraum bis zu dessen Eintreffen vor Ort überbrückt werden.

Die Investitionskosten für dieses Vorhaben beliefen sich auf rund 20.000 Euro. Dazu kommen Ausbildungskosten der zuständigen Notfallsanitäter und die laufenden Kosten für den Vertrag mit der Firma „umlaut telehealthcare“. Dazu gilt: Der Telenotarzt-Dienst ist im Kreis Borken als einer von wenigen Kreisen in NRW im Rettungsdienstbedarfsplan verankert und wird deshalb von den Krankenkassen vollständig refinanziert.

„Ich freue mich ganz besonders, dass wir in Borken der zweite Standort im Kreisgebiet sind, der jetzt den Telenotarzt-Dienst nutzt“, zeigte sich Borkens Bürgermeisterin Mechtild Schulze Hessing außerordentlich erfreut. Die Digitalisierung helfe dabei, dass bei Rettungseinsätzen nun ergänzend ein Notarzt digital hinzugezogen werden könne. Es sei also eine deutliche Verbesserung der medizinischen Notfallversorgung der Bevölkerung.

Einer der Rettungswagen der Rettungswache Borken ist bereits mit der entsprechenden Technik ausgestattet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden durch das Unternehmen „umlaut telehealthcare“ geschult. „Die Einweisungen sind hervorragend gelaufen. Die Kollegen freuen sich darauf, das System einzusetzen“, erläuterte Stefan Döking, Leiter der Feuer- und Rettungswache Borken. Er werte dies als gute Ergänzung zum „realen“ Notarzt.