Landschaftsplanung

Der Landschaftsplan ist das zentrale Planungsinstrument des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Als eigenständiger Fachplan bildet er auf der örtlichen Ebene die Grundlage für Maßnahmen des Naturschutzes, der Landschaftspflege und der Landschaftsentwicklung. Die Erstellung von Landschaftsplänen obliegt in Nordrhein-Westfalen den Kreisen und kreisfreien Städten als Pflichtaufgabe.

Der Kreis Borken ist in 19, überwiegend an Gemeindegrenzen orientierte Gebiete eingeteilt, für die nach und nach Landschaftspläne durch die Untere Naturschutzbehörde erarbeitet und umgesetzt werden.


Woraus besteht ein Landschaftsplan?

Der Landschaftsplan besteht aus einemzeichnerischen Teil: der Entwicklungskarte und der Festsetzungskarte sowie einem Textteil: den textlichen Festsetzungen mit Erläuterungen und dem Umweltbericht.

In der Entwicklungskarte werden die Entwicklungsziele dargestellt. Die Entwicklungsziele geben Auskunft über die Schwerpunkte der im Plangebiet zu erfüllenden Aufgaben der Landschaftsentwicklung. Die Entwicklungsziele sind behördenverbindlich, d. h. sie richten sich ausschließlich an die Behörden und nicht an die privaten Grundstückseigentümer oder sonstigen Nutzer von Grundstücken.

In der Festsetzungskarte werden rechtsverbindlich für jedermann verschiedene Inhalte festgesetzt. Die Festsetzungskarte ist beim Kreis Borken in zwei Teile gegliedert:
Festsetzungskarte 1 mit den Schutzausweisungen (Natur- und Landschaftsschutzgebiete, Naturdenkmale, geschützte Landschaftsbestandteile),
Festsetzungskarte 2 mit der Zweckbestimmung für Brachflächen, den forstlichen Festsetzungen sowie den Entwicklungs-, Pflege- und Erschließungsmaßnahmen.


Welche Mitsprachemöglichkeiten habe ich beim Landschaftsplan?

Bevor ein Landschaftsplan rechtskräftig wird, durchläuft er ein Aufstellungsverfahren, bei dem insbesondere die Bürgerinnen und Bürger durch die beiden Verfahrensschritte frühzeitige Bürgerbeteiligung und öffentliche Auslegung (Offenlage) eine umfangreiche Mitsprache haben.

Beim Kreis Borken wird im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung eine Bürgerversammlung einberufen sowie ein 2-wöchiges Bürgerbüro vor Ort eingerichtet. Weiterhin werden zusätzliche Informationsveranstaltungen für "Multiplikatoren" (z.B. Ortslandwirte, Hegeringleiter, Vorsitzende der Wasser- u. Bodenverbände, Naturschutzbeauftragte, etc.) durchgeführt.

In dem später folgenden zweiten Beteiligungsschritt, der Offenalge, hat jede Bürgerin und jeder Bürger die Möglichkeit, sich in einem 4-wöchigen Zeitraum schriftlich zu der Planung zu äußern.

Bei der Umsetzung eines Landschaftsplanes werden Lage, Art und Durchführung der Maßnahmen in Zusammenarbeit mit den Beteiligten vor Ort besprochen. Durch die sogenannte Angebotsplanung wird ein großer Gestaltungsspielraum auf freiwilliger Basis ermöglicht, wodurch insgesamt der Kooperationsgedanke gestärkt wird. Die Kosten für die Umsetzung eines Landschaftsplanes trägt der Kreis Borken mit finanzieller Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen. 


Rechtliche Grundlagen:

Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)
Landesnaturschutzgesetz Nordrhein-Westfalen (LNatSchG)

 

    

Kontakt:

Telefon: 02861 82-1422
 

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